Sie
ist die Rekord-Reinerin der Schweiz. Niemand hat die grossen Anfangszeiten
des europäischen Reining-Spitzensports aus Schweizer Sicht
so geprägt wie Jeannette Krähenbühl. Im Vorjahr
erkrankte die Weltranglisten-Beste des Jahres 2006 an einem Tumor.
Doch die Bernerin kämpfte dagegen an und gewann damit vielleicht
ihren wichtigsten Wettkampf des Lebens.
Eine erstarkte Jeannette Krähenbühl erzählt nun,
was sie noch alles vor hat. "Dies ist mein erstes Jahr als
Open-Reiterin und Betreuerin der Non-Pros" freut sich die
mehrfache internationale Siegerin der prestigeträchtigen
Bronce Trophies. Doch dieser Entscheid habe nichts mit dem Tumor-Befund
zu tun.
Promotion
"Meine
Trainer-Karriere war schon auf Ende Oktober 2009 geplant, doch
der Befund meiner Krankheit im Juni hatte alles etwas verschoben."
Doch auch während der Krankheitszeit fand die Schweizer Reining-Rekordsiegerin
ab und an Zeit, einige Amateure, sprich Non-Pros, zu betreuen.
"Ich habe mein Nachwuchspferd verkauft, aber der Kundin gesagt,
sie solle einen Monat auf das SlideIn reiten kommen, damit ich
sie betreuen kann. In dieser Zeit habe ich gemerkt, welch Befriedigung
mir das gab. Dies hat schliesslich den Ausschlag gegeben,"
präzisiert Jeannette Krähenbühl.
Dass die Masters-Medaillistin damit ihr Nachwuchspferd verliert,
der immerhin bereits Junioren-Schweizermeister im Jahre 2008 war,
stört sie heute weniger. "Ich habe am Osterturnier von
Mooslargue (FRA) fünf Non-Pros zu betreuen und deren Pferde
zu reiten, das gibt mir genügend Freude und Motivation. Ich
will 100% Prozent für diese Pferde und Leute da sein, ich
bin also nicht auf der Suche nach einem Pferd;" was eigentlich
auch nicht die Aufgabe eines Open-Reiters wäre, wie Deutschland
oder Italien zeigen.
Jeannette Krähenbühl kennt die internationalen grossen
Reining-Anlässe dieser Welt, hat als einzige Schweizerin
in der ehrwürdigen State Fair Ground von Oklahoma auf dem
Podest stehen dürfen und gibt nun diese Erfahrungen an aufkommende
Reining-Enthusiasten weiter. Drei Boxen sind an das SlideIn Melchnau
angebaut, drei weitere und eine Hektare Weiden hat Krähenbühl
zehn Minuten von Melchnau entfernt und so wird sie auch Trainingspferde
annehmen und fördern, die ersten Pferde werden bereits trainiert,
selbst eines aus dem Kader. "Eine solche Krankheit verändert
einem schon; ich will keine Angestellten und einen möglichst
grossen Betrieb, ich will alles klein aber fein halten."
Was Jeannette Krähenbühl alles noch plant und vorhat,
erfahren Sie im WESTERNER-Journal 2010.